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Piermont Sept. 2017

Verfasst: Mo 18. Sep 2017, 22:45
von KK66
Hi,

einen kurzen Bericht über eine ereignisreiche Reise nach Piermont:

Drei Holsteiner haben mich im WBL abgeholt, 2 Enduristen und ein Radrennfahrer.
Nachdem wir eine Beta 350, eine KTM 350 und meine WR auf meinen Hänger verladen hatten, ging es nach einem Mittag-
essen nach Würzburg, zum Übernachten.
SO-Morgen um 5.00 Uhr Start nach Bardonecchia, Routenplaner sagt 12 Std. Fahrzeit, Schlüsselabholung der Ferienwohnung
sollte bis 18.00 Uhr erfolgt sein. Wir sind sehr gut durchgekommen, trotz Schneegestöber auf dem St. Barnadino, sah aus
wie zu Weihnachten.
Ankunft in Bardonecchia um 15.00 Uhr, Sachen und Mopeds bis 17.00 Uhr ausgepackt - dann kam für Alle die große Lust.
Erste Ausfahrt, wir wohnten 4 km außerhalb von Bardonecchia bergan zum Jafferau, die Touristenauffahrt ca. 2 km entfernt.
Gefahren sind wir gemütlich bis zum Fort Foens, bei strahlendem Sonnenschein, dann zurück, irgenwie waren Alle <leicht> müde.

MO ging es zum Jafferau hoch, ABER nicht die Touristenauffahrt, sondern den Wirtschaftsweg unter dem Skilift.
Aber Hallo, da ging die Post ab, die beiden 350er hatten weniger Probleme als meine 250er WR. Hatte den Eindruck, dass der WR
10 PS fehlten, lag wohl an der dünnen Luft. Mir selber fiel es auch schwerer, körperlich, zu langsam in den Spitzkehren - Boden-
probe, außerdem lagen die Steine dort, wo ich sie nicht gebrauchen konnte. Nach ca. 3/4 der Auffahrt ging meine Themperatur-
warnleuchte an, dachte, jetzt hast Du doch ein Wasserpumpenproblem. (War vorher in der Werkstatt wegen ungewöhnlichen
Geräuschen, das Antriebsrad der Wasserpumpe ist beschädigt, sollte aber halten.) War aber nur Überlastung, bin fast alles im
1. Gang gefahren, nach 5 Min. Gebläselauf ging die Kontrollleuche aus.
Bei der Weiterfahrt verpasste unser Frontmann die letzte Auffahrt zum Gipfel, ging wieder bergab. Die beiden Jungspunde sind
dann nochmal hinauf, ich habe verzichtet, die dünne Luft hat meine ansonsten gute Kondition untergraben, habe bei der Ruine
gewartet. Die Abfahrt war kein Problem. Sonne - und keine Zeit zum Gucken - weiter.
Mittags zurück im Quartier, kurze Ruhepause, neuer Start.

Am Sonntag, bei der kurzen Ausfahrt, hatte ich gemerkt, das die Beiden wesentlich schneller sind als ich, dort fuhr ich als Mittel-
mann. Habe, gegen ihren anfänglichen Widerstand, darauf bestanden, als Letzter zu fahren, um dem KTM-C nicht die Linie zu
verderben.

MO-nachmittag eine neue Strecke auf der anderen Seite von Bardinecchia. Nach ca. 5 km war gesperrt, zurück. Bei der Abfahrt
hat der Beta-C einen kindskopfgroßen Stein verkehrt erwischt, Abgang mit der linken Schulter auf ein Absatz, der zuerst gras-
bewachsen aussah, aber mit verborgenem Stein darunter. War großes AUA - Schlüsselbeinbruch.
Nach 800 m half ein Italiener einen Krankenwagen zu ordern, der ca. 2 km den Schotterweg herauf kam. Für mich interessant:
Die Fahrerin und der Beifahrer sahen beim Aussteigen beide konzentriert zu mir: "Was hat der Alte sich gebrochen?"
Es ging zum KKH nach Susa,ca. 40 km entfernt, dort wurde C gründlich untersucht, der Schlüsselbeinbruch festgestellt und das
nicht Anderes kaputt war. Gottlob.
KTM-C und ich zurück zum Quartier, die KTM geparkt und mit der WR zurück, um die Beta zu holen.

DI sind KTM-C und ich zum Finestre und zur Assietta. KTM-C war nicht auf`s Naviegieren eingestellt, die Routen waren auch NUR
auf dem Smartphon von Beta-C, wurden zwar auf KTM-C`s Smartphon überspielt, aber die Lenkerhaltung von der Beta passte
nicht für KTM-C`s Smarphon. War dadurch umständlich, bei der Navigation jedesmal das Smartphon aus der Tasche zu holen.
Aber - GROSSES LOB an C, er hat die richtigen Wege und Routen gefunden.
Fahrerisch stellten beide Pässe keine Probleme da, landschaftlich aber Super.
Kurz nach Mittag im Quartier, KTM-C hatte die letzte Nacht nur 3 Std. geschlafen, wollte sich erholen, also bin ich allein los,
mal sehen, wo man fahren kann. Finde durch Zufall die Zufahrt zum Solleliere, fahre gemütlich bis zur Talsperre, tolles Foto-
wetter, erkunde beim Rückweg den Ort Rochmolles und erkunde einen Wald- und Wiesenweg, der wieder zur Asphaltstrasse
zurück führt.

MI-morgen, es ist frisch und dunstig, wir zum Sommelier hoch, die erst 2/3 leicht, das letzte 1/3 <interessant>, aber nicht
so schlimm, wie mir 3 Kübelwagenfahrer am Vortag erzählt hatten. Oben alles nebelig, schadedrumm, ohne Prob. zurück.
Was machen wir nachmittags? Nochmal zum Jafferau hoch - wieder den Wirtschaftsweg - diemal mit leichtem Spaßfaktor
für mich, ich hatte mich anscheinend aklimatisiert und die WR ging auch besser. Leuchtete aber nach 3/4 wieder dieThem-
peraturleuchte auf. Abkühlen lassen und rauf bis auf den Gipfen, ohne Probleme für mich. Sonne - grandiose Aussicht - Klasse.
Abfahrt über Touristenweg - KTM-C hatte keinen Bock, den Wirtschaftsweg runter - hätte mich schon gejuckt.

MI-abend wird beschlossen, einen Tag früher zurück zu fahren. DI-nachmittag war C mit Taxi aus dem KKH zurück gekommen,
unser Angebot, den nächsten Tag die Heimreise anzutreten, lehnte er ab: Zu Hause sitze ich auch nur rum, zum Arzt sollte
er erst wieder am MO.

DO-Morgen fahren C und ich einen ausgearbeiteten Schotterweg von Bardonecchia bis Susa, der Plan die Assietta nochmals
rückwärts zufahren, aber es ist Regen angesagt, als es anfängt, zurück zum Quartier. Ruhepause bis 17.00 Uhr - die Sonne
kommt wieder - ich brauche nicht lange C zu überreden, die letzten Stunden noch zu nutzen.
Wir fahren noch mal den Sollelier, aber diesmal Anders: C fährt sein Thempo, als Crosser, ich fahre mein Thempo als Enduro-
Wanderer. Wenn wir uns bei seiner Rückfahrt treffen, dreh ich um.
Bei 2/3 der Auffahrt war Treffpunkt, C stand noch das Grinsen im Gesicht, so hatte er sich noch mal austoben können, für
mich waren es eine sehr entspannende Stunde, mein Thempo, fotografieren - genießen - und nicht darauf achten, dass C
zu lange auf mich warten muss.

FR Rückfahrt nach Würzburg, leider bei Wochenend-Verkehr, brauchten 13 Std.
SA ins WBL, umladen, Mittagessen und die Holsteiner waren um 17.00 Uhr auch zu Hause.

War eine ereignisreiche, und für C nicht erfreuliche Tour. Auf den Schotterwegen ist volle Konzentration erforderlich, ist
schon ermüdend.
Im Vergleich mit Rumänien ist es anstrengender, obwohl die ev. nassen Waldwege in Rumänien auch das Ihrige abverlangen,
aber es gibt doch immer wieder Erholungspausen, konzentrationsmäßig gesehen.

Eine tolle Gegend, wettermäßig, bis auf DO-nachmitteg mal 3 Std. Regen, Sonne, morgens ca. 6 - 8 C°, nachmittags bis zu
20 C °

Habe es sehr genossen.

Bis denn

Karl

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: Di 19. Sep 2017, 06:45
von guzzant
Hi Karl,

bei euch war ja was los, gute Besserung für deinen Kollegen C ;)
Wir starten am Samstag. In Alpenrouten hab ich von Schnee gelesen oben am Sommeiller ? Ihr seit ihn ende letzter Woche gefahren, kommt man bis hoch ?


Eugen

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: Di 19. Sep 2017, 10:59
von KK66
Hi, Eugen.

Der Sommeliere war gut zu befahren, oben waren nur an den Hängen kleinere Schneebretter.
Aber frisch war es schon.
Viel Spaß bei Euerer Tour - ohne Verletzungen bitte.

Bis denn

Karl

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: So 1. Okt 2017, 06:36
von Hölschi
Moin Karl.

Toller Bericht. Schade das ich die anderen Tage nicht mit fahren konnte. Das Krankenhaus in Susa ist aber zu empfehlen. Alle sehr nett und entspannt da. Kompletter Check inklusive.

Ganz wichtig: Hohlt euch den Google Translator aufs Handy inkl. Offline Übersetzung für I <=> D. Man spricht dort kein deutsch und nur begrenzt englisch.

Schlüsselbein wurde zwischenzeitlich mit einem Blech und ner Hand voll Schrauben fixiert. Alles bestens und keine Schmerzen.

Schöne Grüsse
Beta-C 8-) :lol:

PS: Festplatte mit Foto/Video schicke ich die Tage mal los.

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: So 1. Okt 2017, 16:55
von Frido
Hallo,

da kann ich nur beste Genesung wünschen! :handgestures-fingerscrossed:

Gruss
Harry

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: Di 3. Okt 2017, 01:26
von Hölschi
Alles gut. Keine Schmerzen und fit.

Soweit war eigentlich alles gut geplant. Nur doof wenn der "Tourguide" am ersten Tag ausfällt :lol:

Ich habe in der ganzen Planung nur nicht berücksichtigt, das es zu einem Unfall kommen könnte.

Informiert euch daher wie die Notfallnummer ist und wo Rettungseinrichtungen in der Nähe sind. Werde ich bei der nächsten Tour auf jeden Fall stärker drauf achten.

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: Di 3. Okt 2017, 11:09
von Frido
Hallo,

das hört sich doch gut an! :handgestures-thumbupright:

Ich glaube die meisten von uns sind (zu) optimistisch und blenden die Gefahr einer ernsten Verletzung aus, man packt eine Mopped - 1.Hilfe-Set ein und das war es dann. Überwiegend geht es ja auch gut, man fällt mal um, tut sich auch mal weh, aber man kann zumindest noch aufs Mopped steigen und weiterfahren. Man kann auch das "Glück" haben, das Einheimische in der Nähe sind und den Rettungsdienst informieren oder man kann den Helfern genau sagen was passiert ist und vor allem wo man sich befindet. Aber wie oft ist man irgendwo unterwegs wo es schon schwierig wäre auf Deutsch zu erklären wo man sich befindet? Wie kompliziert wird es dann erst wenn man mehr oder weniger aufgeregt ist weil ein Begleiter ernsthaft verletzt ist, man selber nicht genau weiß wo man ist, weil man z.B. dem gestürzten Guide blind gefolgt ist und dann auch noch Sprachprobleme auftreten?

Man kann wohl nicht davon ausgehen, dass immer und in jedem Land die Handyortung funktioniert, die setzt ja auch voraus, dass man überhaupt Handyempfang hat, das ist ja auch nicht selbstverständlich.

Auf jeden Fall kann da wertvolle Zeit vergehen!

Meine Überlegung ein SPOT anzuschaffen ist nicht neu, ich hab das aber immer vor mir her geschoben, ebenso wie die Auffrischung des 1. Hilfe-Kurses.......meine To do-Liste für den Winter wird immer länger. :think:

Im Hinterkopf hab ich dabei, dass man nur das braucht was man nicht dabei hat. ;)

Gruss
Harry

Re: Piermont Sept. 2017

Verfasst: Di 3. Okt 2017, 21:07
von Ildefonso
Hölschi hat geschrieben:
Informiert euch daher wie die Notfallnummer ist .


Notrufnummer in Europa ist einheitlich 112

https://de.wikipedia.org/wiki/Euronotruf