Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Dies und das zu Moped´s
moto biking
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Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon moto biking » Fr 4. Sep 2015, 12:35

Hi,
Ich habe jetzt schon ne weile ggooglet, kann aber nichts gescheites daüber finden. Vielleich habt ihr ja Rat:

Ich habe gerade eine Diskusion darüber, wie es sich verhält, wenn jemand sein Motorrad aus den USA mitnimmt um hier damit Urlaub zu machen. Natürlich ist das Teil in einem Zustand bei dem die Trachtentruppe uns zu fuss nach hause schicken würde: Also, nicht verkehtsunsicher, sondern mit jedem Mod versehen, den man sich vorstellen kann (was man auch als unsicher bezeichnen könnte... -:) )

Was passiert jetzt bei einer Kontrolle?

- Nichts, da der Aufenthalt nur temporär ist und es gelten die Vorschriften aus dem Herkunftsland?
- Es gelten unsere Vorschriften?
- Es wird nach Basics geschaut: Also, z.B. Bremse, Rahmen und Licht ok?

Hat da einer von euch Erfahrungen?

Danke!

:D

reha73
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon reha73 » Fr 4. Sep 2015, 13:29

Es gelten die Vorschriften aus dem Herkunftsland. Das was in den KFZ-Papieren des Fahreuges steht, gilt auch hier, also etwa die Geräuschgrenzwerte oder die Reifendimensionen. Allerdings darf der Zustand des Fahrzeuges gegen keine Vorschrift aus unserem Land verstoßen, die eine Stillegung begründet: Es muss also verkehrssicher sein.

Als Beispiel dürfte ein nicht EU-Fahrzeug etwa mit weniger als 1,6mm Reifenprofil hier fahren, wenn im Herkunftsland ein geringerer Grenzwert gilt. Bei uns könnte aber etwa bei nasser Fahrbahn argumentiert werden, dass dadurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist.

Genauer steht es hier: http://www.svr.nomos.de/?id=1496

moto biking
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon moto biking » Fr 4. Sep 2015, 13:51

... also eine Kombination aus 1 und 3... dachte ich mir schon...

Dickes Dankeschön!

MikeTTR600
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon MikeTTR600 » Di 8. Sep 2015, 16:23

ABER ganz wichtig- als Deutscher darf man KEIN Fahrzeug in Deutschland bewegen, was nicht in der EU zugelassen ist. Gilt als Steuerhinterziehung und kostet minimum und mit viel Glück nur die Hälfte des Neupreises des KFZ. Da gilt auch schon die Schweiz als Nicht-EU-Land.

Frido
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon Frido » Di 8. Sep 2015, 21:15

Wo steht das?

Ein Freund kommt mit seinem in der Schweiz zugelassenem Fahrzeug nach Deutschland und ich darf nicht damit fahren? Kann ich mir nicht vorstellen.
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reha73
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon reha73 » Di 8. Sep 2015, 21:30

Frido hat geschrieben:Wo steht das?

Ein Freund kommt mit seinem in der Schweiz zugelassenem Fahrzeug nach Deutschland und ich darf nicht damit fahren? Kann ich mir nicht vorstellen.


Es geht um den Hauptaufenthaltsort des Fahrzeuges: Wenn "für diese Fahrzeuge ein regelmäßiger Standort im Inland begründet ist" wird die Sache zur Steuerhinterziehung. http://www.gesetze-im-internet.de/kraftstg/__3.html Abschnitt 13

Das gilt ja nun sicher nicht für das Fahrzeug deines schweizerischen Freundes, der dich hier für kurze Zeit besucht (max. 1 Jahr). Das würde aber gelten, wenn dir dein schweizerischer Freund das Fahrzeug zur dauerhaften Nutzung an deinem Wohnsitz überlässt. Wobei "dauerhaft" hier ein dehnbarer Begriff ist. Und wer will das nachweisen?

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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon moto biking » Di 8. Sep 2015, 21:55

reha73 hat geschrieben:Es geht um den Hauptaufenthaltsort des Fahrzeuges: Wenn "für diese Fahrzeuge ein regelmäßiger Standort im Inland begründet ist" wird die Sache zur Steuerhinterziehung. http://www.gesetze-im-internet.de/kraftstg/__3.html Abschnitt 13

Das gilt ja nun sicher nicht für das Fahrzeug deines schweizerischen Freundes, der dich hier für kurze Zeit besucht (max. 1 Jahr). Das würde aber gelten, wenn dir dein schweizerischer Freund das Fahrzeug zur dauerhaften Nutzung an deinem Wohnsitz überlässt. Wobei "dauerhaft" hier ein dehnbarer Begriff ist. Und wer will das nachweisen?


Ja, das ist Richtig, hatte ich auch gelesen. Das gilt sogar bei in der EU zugelassene Kfz. Aber es ging mir nicht darum hier weniger Kosten zu haben und ein Möp dauerhaft zu nutzen, sondern dass ein Freund seines hier im Urlaub fährt. Dann denke ich ist es auch unproblematisch, wenn ich es mal fahre...

:D

Frido
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon Frido » Di 8. Sep 2015, 22:04

Hallo,

jetzt fange ich mal an Erbsen zu zählen. ;)

Mike hat grundsätzlich vom Fahren gesprochen, nicht vom längerfristigen Aufenthalt.

reha73 hat geschrieben:Es geht um den Hauptaufenthaltsort des Fahrzeuges: Wenn "für diese Fahrzeuge ein regelmäßiger Standort im Inland begründet ist" wird die Sache zur Steuerhinterziehung. http://www.gesetze-im-internet.de/kraftstg/__3.html Abschnitt 13

Ist das dann tatsächlich Steuerhinterziehung oder könnte Kfz-Steuer für das im Ausland zugelassene Fahrzeug in Deutschland gezahlt werden? Aus dem Bauch heraus würde ich das verneinen, dazu müsste das Fahrzeug vmtl. in Deutschland zugelassen sein. Hab mich damit aber noch nie beschäftigt und weiß das nicht.

Gruß
Frido
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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon moto biking » Di 8. Sep 2015, 22:13

Das ergibt sich aus dem Gesetz zur Zulassung von Kfz. Dort heißt es sinngemäß, das es am Wohnort zugelassen sein muss. In der Praxis gibt es eine Frist von 1 Jahr. Steuern zahlen zu wollen führt dann zwangsläufig auch zu einem Bußgeld, weil nicht ungemeldet und der Aufforderung umzumelden plus Steuernachzahlung, wenn mehr als ein Jahr vergangen ist... wenns dumm läuft.

:D

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Re: Motorrad aus einem Drittland in DE fahren...

Beitragvon MikeTTR600 » Mi 9. Sep 2015, 08:55

Das war schon Anfang der 90er in einer Autopzeitung ein Thema- da war es noch nicht so kulant, da war das generell bei allen Autos die nicht in Deutschland zugelassen sind. Und da ging es wirklich nur um eine Spritztour am Hamburger Hafen. Jetzt gilt es für KFZ, die nicht in der EU zugelassen sind.
Akltueller Fall war vor ca. einem Jahr im TV realer Fallschilderung- ein Schweizer ist in Urlaub geflogen von einem deutschen Flughafen. Kumpel mit Wohnsitz in Deutschland ist Auto in den 2 Wochen, wo der Schweitzer im Urlaub war, gefahren- bzw. wollte. Nach einer Woche- Verkehrskontrolle- und dann nahm das Übel seinen Lauf. Unwissenheit schütz vor Strafe nicht- ist schon grenzwertig, wenn man einen Schweitzer Mietwagen in DT fährt. Ich bin bei einer großen Autovermietung und würde kein Mietwagen aus dem Schweiz in Deutschland bewegen, ist mir zu heikel- und bei Steuersachen- da steckt der Staat hinter- verlierst Du meist. Es spielt keine Rolle ob sich jemand was nicht vorstellen kann- nicht immer ist die Gesatzgebung logisch und Nachvollziehbar- kennt wahrscheinlich jeder genug Beispiele. Der Staat will mit diesen Bestimmungen wahrscheinlich umgehen, daß im Ausland billig zugelassen und versicherte KFZ hier gefahren werden und damit Steuereinnahmen geschmählert werden. Würden viele Ausnutzen- brauchst ja nur mal schaun, wieviel tschechische und polnische Autos hier rumfahren und die Leute wohnen aber hier- ich kenne da so einige. Weiteres Beispiel für Sinnlosigkeiten- wo es aber um die Steuereinnahmen geht- man darf nur innerhalb der Familie bis zu einem gewissen Verwandschaftsgrad anderen bei der Lohnsteuererjklärung helfen, auch wenn kostenlos. Warum wohl?

PS: Die deutschen Autovermietungen bekommen manchmal Autos aus dem Ausland als Einwegmieten. Um Überführungskosten ins Heimatland zu sparen, nutzen sie Kunden, die in die Richtung des entsprechenden Landes fahren.


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